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Migranten erkranken häufiger an Essstörungen

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Dienstag, den 03. November 2009 um 11:17 Uhr
Geschrieben von: Redaktion   

An Essstörungen leiden Kinder mit Migrantenhintergrund oft mehr als ihre deutschen Altersgenossen. Grund hierfür könnte möglicherweise eine Überidentifikation mit westlichen Normen und Werten sein. Auch der Anpassungsstress könnte ein Grund sein.


Das vermutet die hannoversche Theraputin Kathrin Beyer. Diese Aufstellung basiert auf eine bundesweite Studie des Robert-Koch-Instituts. Daran nahmen 17641 Kinder und Jugendliche teil. Kinder mit ausländischen Eltern, haben demnach mehr Probleme im Alltag. Sie sind zwar von Traditionen geprägt, wollen gleichzeitig aber auch modern leben.


Die Therapeutin erklärt, dass in Migrantenfamilien andere Rollenmuster herrschen. Junge Migranten wollen sich aber auch an den westlichen Wervorstellungen anpassen. Sie sind hin-und hergerissen. Sie würden sich häufig unter Druck setzen, weil sie mit ihren Altersgenossen mithalten wollen. Wenn dies nicht funktioniere, fingen sie an zu hungern. Dies betonte die Therapeutin am Rande der Fachtagung "Essstörungen – zu dick oder zu dünn" in Hannover.


Die Vorformen von Essstörungen sind gestörtes Essverhalten und die krankhafte Beschäftigung mit Gewicht und Figur. Die Expertin erläuterte, dass mehr als ein Fünftel der Kinder und Jugendliche in Deutschland im Alter zwischen 11 und 17 Jahren Symptome einer Essstörung aufweisen.


Erziehungsratschläge sind nach Angaben der Therapeutin bei einer Essstörung nicht sehr hilfreich. Vielmehr würden Beratungen von Fachleuten helfen, die die Ursachen der Essstörung aufgreifen. In einer Ernährungstherapie kann ein normales Essverhalten wieder erlernt werden.

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