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Brustkrebs: weiteres Risiko-Gen entdeckt

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Donnerstag, den 06. Mai 2010 um 20:48 Uhr
Geschrieben von: Marc Bohländer (Redakteur)   
Vor rund 15 Jahren entdeckten Forscher die Risikogene BRCA1 und BRCA2. Nun wurde ein weiteres Gen identifiziert, das erblichen Brust- und Eierstockkrebs auslöst.


Wissenschaftler veröffentlichten jetzt die neuen Erkenntnisse in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Nature Genetics“. Die Identifikation von Risiko-Genen ist elementar für eine optimale Früherkennung der Erkrankung. Das neue Risiko-Gen für erblichen Brust- und Eierstockkrebs heißt RAD51C. Das Gen dient dazu, die Erbsubstanz einer Zelle fehlerfrei zu halten.


Mutationen innerhalb des Gens können zur Entstehung eines Tumors führen. Während der Untersuchung von über 1.000 Risikofamilien stellte sich heraus, dass die jeweiligen RAD51C-Gene Defekte aufweisen. Tatsächlich traten bei den Patientinnen Brust- und Eierstockkrebs gemeinsam auf. Das Risiko für Brustkrebs bei einer vorliegenden Mutation im RAD51C-Gen wird mit 60 bis 80 Prozent beziffert, für Eierstockkrebs werden 20 bis 40 Prozent angegeben.


„Diese Ergebnisse unterstützen unsere Hypothese, dass verschiedene seltene Gendefekte ein gemeinsames Krankheitsbild auslösen, den erblichen Brust- und Eierstockkrebs. Dieses Wissen ist wichtig für die Suche nach weiteren Risiko-Genen. Denn die bisher bekannten Brustkrebs-Gene können nur 60 Prozent der Hochrisikofamilien erklären“, erläutert Professor Dr. Alfons Meindl, Leiter der Abteilung für gynäkologische Tumorgenetik am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Meindl leitete die molekulargenetischen Untersuchungen des Projektes. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 60.000 Frauen neu an Brustkrebs.

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