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Arzneimittel-Report 2010: viele nutzlose Medikamente

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Donnerstag, den 17. Juni 2010 um 17:21 Uhr
Geschrieben von: Marc Bohländer (Redakteur)   
Während der letzten Dekade haben sich mehr als ein Drittel der neu eingeführten Medikamente als mehr oder weniger nutzlos für Patienten erwiesen.



Zu diesem Schluss kommt Gerd Glaeske, Professor am Zentrum für Sozialpolitik der Uni Bremen im kürzlich vorgestellten Barmer GEK Arzneimittel-Report 2010. Dies berichtet das Nachrichtenportal pressetext. "Diese Arzneimittel verstopfen den Markt", so Glaeske. "Jeder hierfür ausgegebene Euro fehlt dann an anderer Stelle." Der Experte setzt sich für ein herstellerunabhängiges Prüfverfahren ein. Erst hiermit sei es möglich, zuverlässige Aussagen über den Therapieerfolg zu garantieren.


"Die nachträgliche Kosten-Nutzen-Analyse muss Pflicht werden. Wenn sich langfristig kein Zusatznutzen feststellen lässt, muss man den Preis auch wieder absenken und die Kassen überbezahlte Beiträge zurückfordern können", so Glaeske. Die Barmer GEK moniert auch Nachholbedarf im Bereich der Preisregulierung bei neuen Arzneimitteln: besonders bei Spezialmedikamenten gegen Rheuma, Krebs und Multiple Sklerose seien die Preise kräftig gewachsen.


Barmer GEK Vize-Vorstand Ulrich Schlenker äußerte sich besorgt über ein mögliche Überforderung der gesetzlichen Krankenversicherungen. Ausdrücklich begrüßt hingegen wurde ein Entwurf zum Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG). Dieser besagt, dass nach erfolglosen Verhandlungen die Höhe des Abgabepreises in anderen europäischen Ländern zu berücksichtigen ist.

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